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Ein Hüttenwochenende auf der Jamtalhütte


Am Freitag den 17. Juli trafen wir uns zu acht, um gemeinsam zur Jamtalhütte aufzubrechen. Die
Wettervorhersage ließ uns bis zuletzt rätseln, was das Wochenende wohl bereithalten würde.
Deshalb packten wir kurzerhand alles ein – von der Hochtourenausrüstung über das
Klettersteigset bis hin zur Sportkletterausrüstung. Schließlich wollten wir für jedes Abenteuer
gerüstet sein.
Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir an der Menta-Alm. Von Regen war zunächst nichts
zu sehen. Auf einem wunderschönen Steig führte uns der Weg gemütlich das Tal hinauf.
Neugierige Kühe, plätschernde Bäche und beeindruckende Ausblicke begleiteten uns, bis uns
auf halber Strecke doch noch der Regen einholte. Dank unserer Ausrüstung war das kein
Problem – nur die Regenschirme sorgten für einige neidische Blicke.
An der Jamtalhütte angekommen erwartete uns bereits ein warmes Abendessen. Anschließend
drehten sich die Gespräche fast nur noch um die Wetterberichte. Schließlich beschlossen wir,
früh aufzubrechen und unterwegs über unser Tourenziel zu entscheiden.
Für viele von uns war es die erste Hochtour und gleichzeitig die erste Gletscherbegehung.
Entsprechend groß waren Vorfreude, Respekt und Spannung. Ursprünglich wollten wir auf die
Hintere Jamspitze, entschieden uns wegen des wechselhaften Wetters aber für die näher
gelegene Gamsspitze. Am Gletschereinstieg legten wir die Hochtourenausrüstung an und
erhielten eine kurze Einweisung. Dann war es endlich so weit: Mit Pickel und Steigeisen betraten
wir den Gletscher. Der bläuliche Schimmer des Eises, die tiefen Gletscherspalten und die
beeindruckende Weite der Gletscherlandschaft hinterließen bei uns allen einen bleibenden
Eindruck. Als die Wolkendecke für einen Moment aufriss und die Sonne durchkam, genossen wir
diesen besonderen Augenblick in vollen Zügen.
Nach einer kurzen Kraxelei erreichten wir das Gipfelkreuz der Gamsspitze. Bei einer
wohlverdienten Brotzeit ließen wir den Blick über die Bergwelt schweifen, bevor wir uns an den
Abstieg machten. Da das Wetter wider Erwarten hielt, nutzten wir die Gelegenheit für einen
Abstecher auf den Roßkopf. Gerade noch rechtzeitig erreichten wir die Hütte, bevor der nächste
Regenschauer durchs Tal zog.
Nach einer kurzen Pause übten wir im Boulderbereich der Hütte die Spaltenbergung und ließen
den Abend bei Spielen und viel Gelächter gemütlich ausklingen.
Am Sonntag zog es uns noch einmal zum Jamtalferner. Zwar ließ das Wetter keinen weiteren
Gipfel zu, doch auch die kleine Runde auf dem Gletscher war ein gelungener Abschluss. Immer
wieder öffneten sich die Wolken und gaben den Blick ins Tal frei. Nach einer letzten Stärkung
machten wir uns an den Abstieg, den wir schließlich sogar teilweise bei Sonnenschein genießen
konnten.
Auch wenn das Wetter unsere Pläne immer wieder durcheinanderbrachte, konnte es unsere
gute Stimmung nicht trüben. Für viele von uns war es die erste Hochtour und die erste
Gletscherbegehung – ein Erlebnis, das wir sicher nicht so schnell vergessen werden. Mit vielen
neuen Eindrücken, schönen Erinnerungen und der Vorfreude auf die nächste gemeinsame Tour
machten wir uns schließlich auf den Heimweg.